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    Zertifikat

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    blende12 (CC0), Pixabay

    Zertifikate sind Wertpapiere, mit denen Anleger an der Entwicklung eines anderen Wertpapieres, des so genannten Basiswertes, teilhaben.

    Zertifikate zählen zu den derivativen Wertpapieren. Das lateinische Wort „derivatum“ bedeutet „abgeleitet“. Damit ist auch eine grundlegende Eigenschaft von Zertifikaten und anderen Derivaten genannt: Ihre Kursentwicklung leitet sich aus der Entwicklung anderer Wertpapiere ab – zum Beispiel aus den Kursen einzelner Aktien oder eines ganzen Aktienindex. Zertifikate sind also Wertpapiere, mit denen Anleger an der Entwicklung eines anderen Wertpapieres, des so genannten Basiswertes teilhaben. Diese Teilhabe an der Entwicklung des Basiswertes kann auf sehr unterschiedliche Weise geschehen – je nachdem, welchen Typ von Zertifikat ein Anleger kauft.

    Rechtlich betrachtet sind Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Wer ein Zertifikat kauft, leiht dem Herausgeber (dem Emittenten) Geld. Das birgt die Gefahr, dass der Anleger bei das gesamte eingesetzte Geld verlieren kann, wenn der Emittent zahlungsunfähig wird. Dies bekamen viele deutsche Anleger während der Finanzkrise im Herbst 2008 zu spüren, als die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers zahlungsunfähig wurde. Daneben unterliegen Zertifikate auch anderen Kursrisiken, Liquiditätsrisiken und anderen Anlagerisiken.

    Ein häufiger Kritikpunkt an Zertifikaten ist, dass für Anleger schwierig zu erkennen ist, welche Kosten beim Kauf eines solchen Wertpapieres anfallen. Oft ist auch nicht klar erkennbar, wie die Risiken einzuschätzen sind. Daher sind Zertifikate grundsätzlich eher etwas für professionelle und institutionelle Anleger, nicht aber für Privatanleger.

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